Auszug aus dem Schulprogramm

Leseland

Das Leseland besteht aus drei Räumen, deren Ausstattung –ca. 4500 Bücher, Regale, Tische, Stühle, Sofas u.a.– bislang hauptsächlich von Elternspenden und Spenden von Sparkasse und Volksbank finanziert wurde. Die Schülerbibliothek ist wöchentlich an vier Tagen jeweils in der 3./4. Std. zur Ausleihe geöffnet. Jede Klasse hat eine festgelegte Ausleihzeit. Die Bücher können bis zu vier Wochen kostenlos ausgeliehen werden. Bei Beschädigung oder Verlust wird eine Ersatzzahlung fällig. Das Öffnen der Schülerbücherei ist möglich, weil engagierte ‚Bibi-Mütter‘ bereit sind, unseren Schülern den Zugang zu und Umgang mit Büchern zu ermöglichen; sie tragen so erheblich zur Lesefreude und Förderung der Lesefähigkeit bei.

— NEUE BIBI-MÜTTER SIND HERZLICH WILLKOMMEN! —

Wenn Sie unsere Schüler als „Bibi-Mutter“ (oder Bibi-Vater, -Oma oder -Opa) einmal oder mehrmals in der Woche von circa 9:50-11:25 unterstützen möchten, wenden Sie sich ans Sekretariat (06401-6579) oder kontaktieren Sie uns per E-Mail.

Sprachheilpädagogische Arbeit

Mit der Einschulung beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt. Sie bringen alle unterschiedliche Erfahrungen mit, die sie sich in verschiedenen Situationen durch ihr Handeln und Sprechen erworben haben. Der Schulbeginn ist für sie eine neue Herausforderung, die aber auch zugleich neue Anforderungen an sie stellt. Erst langsam müssen sie sich an das System der „Schrift- und Zeichensprache“ herantasten.
Um Schreiben lernen zu können, muss die Sprachentwicklung bis zu einem gewissen Punkt fortgeschritten sein. Grundvoraussetzung dafür ist die Fähigkeit, Sprache in einem ausreichenden Maße zu besitzen und sie richtig anwenden zu können.
(Bewegungs-)Handeln, Sprechen und Schreiben stellen eine logische Ereignisfolge in der Entwicklung eines Kindes dar. Der Schreiblernprozess ist also ein Teil der fortschreitenden Sprachentwicklung und Teil einer immer differenzierter und komplexer werdenden Sprachbeherrschung, der sich letztendlich immer mehr verdichtet und in der Schriftsprache mündet.

Vorrangig unterstützt werden Schüler und Schülerinnen aus Vorklassen und Anfangsklassen der Grundschulen, die sprachliche Auffälligkeiten in Verbindung mit Lernschwierigkeiten zeigen. Die Umsetzung der sprachheilpädagogischen Fördermaßnahmen hat zu einer Vielzahl von Förderformen und Förderarten geführt. Sie finden
– unterrichtsimmanent,
– in Kleingruppen oder als
– Einzelförderung statt.

Der Schwerpunkt der Sprachheilarbeit liegt in den präventiven Maßnahmen. Für den Erfolg der Arbeit ist eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Eltern und den an der Förderung beteiligten Personen (Lehrkräfte, Beratungsstellen, Frühförderstellen, schulpsychologische, schulärztliche und sozialen Dienste, Fachpraxen, etc.) erforderlich. Die Zusammenarbeit hat zum Ziel, das Verständnis für die Förderbedürfnisse der Schüler und Schülerinnen zu verbessern sowie die schulischen Anforderungen und die Lebenssituation dieser aufeinander abzustimmen und Überforderungen zu vermeiden.

Frau Thiel nimmt auf Wunsch der Schulleitung an Schuleingangsverfahren teil, um schon Monate vor Schulbeginn die Schulanfänger und Schulanfängerinnen kennenzulernen und bietet die Möglichkeit der frühzeitigen Beratung an. Zusätzlich stellt sie ihre Arbeit auf den Eingangselternabenden vor und steht den Eltern für Beratung und/oder Förderung zur Verfügung.
Die Sprachheillehrerin fördert vor allem Kinder, deren Sprachbeeinträchtigungen das schulische Lernen und/oder die soziale Integration in die Klasse beeinflussen. Dies kann sich in den Bereichen Sprachaufnahme, Sprachverarbeitung und Sprachgestaltung äußern.

Aus der Fülle von Sprachauffälligkeiten zeigen sich bei uns am häufigsten:
–  Artikulationsstörung (das Kind bildet ein oder mehrere Laute nicht richtig, lässt Laute aus oder ersetzt sie durch andere).
– Sprachentwicklungsverzögerung

– Retardierungen im Sprachverständnis (das Kind versteht Aufforderungen oder Bedeutungen bestimmter Worte nicht richtig).
–   Einschränkung im Wortschatz (das Kind kennt nur eine begrenzte Anzahl
an Wörtern).
– Dysgrammatismus (das Kind lässt Wörter oder Satzteile aus).
– Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS: Kinder mit LRS brauchen oft lange, beim Lesen den Sinn

zu erfassen oder beim Diktat das Gehörte in Schrift umzusetzen. Diese Schwäche wird oft durch mangelnden Fleiß, Desinteresse, geringe Begabung oder fehlende Konzentration zu erklären versucht, wenn das Phänomen LRS nicht als solches erkannt wird.

Deshalb nehmen alle Erstklasskinder zusätzlich zur Eingangsdiagnostik am Münsteraner Screening – zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten- teil. Alle dort auffälligen Schüler werden anschließend im Bereich der phonologischen Bewusstheit eingehend gefördert.

Neben der Förderung im Sprach- und Kommunikationsverhalten, u.a. auch im Bereich der Stimme und Atmung bedürfen die zu betreuenden Schüler und Schülerinnen auch der Unterstützung in den Bereichen
– Sensomotorik,
– Wahrnehmung (taktil-kinästhetisch, auditiv, rhythmisch, visuell),
– Fein- und Graphomotorik und
– Arbeits- und Sozialverhalten (Aufmerksamkeit, Konzentration, Ausdauer, etc.).

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Da Motorik und Wahrnehmung die Basisfunktionen in der ontogenetischen Entwicklung eines Menschen sind, somit auch Vorstufe für die Sprachentwicklung, ist die Sprachtherapie ganzheitlich angelegt, d.h. sie muss Bewegungs-, Wahrnehmungs-, Spiel- und Kommunikationselemente enthalten

Eines unserer Ziele an der Schule ist es, alle Kinder erfolgreich zum Schriftspracherwerb zu führen. D.h. aber auch, dass wir die Kinder in ihrem Entwicklungsprozess „dort abholen müssen, wo sie stehen“, denn „gute Theorien sind gut geerdete Schienen, auf denen die Praxis weitergleitet wird. Je weiter die Landschaft und je größer das Schienennetz, umso wichtiger sind  Grundkenntnisse der Umgebung, Präzision der Technik und Sorgfalt der Weichenstellung.“ (Cohn 1993, S.10).

Tiergestützte Pädagogik

Ab dem Schuljahr 2012/2013 wird an der Schule am Diebsturm „tiergestützt“ gearbeitet. Frau Thiel hat gemeinsam mit ihrem Hund eine  Ausbildung zum Lerntherapiehund und Hundeführerin absolviert. Als Team dürfen sie in Schulen, Kindergärten, Alten- und Behindertenheimen arbeiten.

Unser Schulhund zählt zu der Rasse der Labradore.

Labradore sind sehr gutmütige Tiere. Sie gehen mit fremden Menschen ebenso freundlich um wie mit Kindern und Tieren. Da Labradore sehr intelligente Tiere sind, ist es wichtig, dass sie auch arbeiten und ihren Kopf gebrauchen dürfen. Aufgrund ihrer positiven Wesensbeschreibung sind sie als Lerntherapiehund – und somit als Einsatzhund für die Schule – besonders gut geeignet!

Tino

Aber warum ein Hund in der Schule?

Von der positiven Wirkung von Delfin- und Hippotherapien haben wir schon öfter gehört. In letzter Zeit kommt die tiergestützte Pädagogik immer mehr zum Einsatz, die nur allein durch die Anwesenheit des Tieres im Unterricht positive Auswirkungen auf das Lern- und Sozialverhalten in der Klasse haben.

Gerade im Wandel der inklusiven Beschulung wird der Hund an unserer Schule

  • Dem Unterricht in gezielten Klassen beiwohnen, um die sozialen und kommunikativen Prozesse in der Klasse zu verbessern – Hund als passiver Begleiter.
  • Den Kindern eine Früherziehung im Umgang mit einem Hund ermöglichen (z.B. Erwerb eines Hundeführerscheines), d.h. der Hund ist aktiv in das Geschehen einbezogen, er übernimmt z.B. eine Rolle im Spiel, ist Interaktionspartner, lässt sich anfassen, reagiert auf Kommandos, ist Spielpartner und Helfer – Hund als aktiver Begleiter.
  • Der Hund wird in der Kleingruppenförderung eingesetzt und ist aktiver Bestandteil der Förderstunden (z.B. präventive Sprachheilarbeit). Er regt immer zur gestützten Kommunikation, zum Sprechen und zur Interaktion an (z.B. „Darf ich den Hund streicheln?“, Geburtstagspäckchen für den Hund packen, Einladung für den Hund schreiben, o.ä.) und ist somit Mittelpunkt des Sprachhandelns.

Neben der sprachheilpädagogischen Arbeit in Kombination mit der tiergestützten Pädagogik arbeitet Frau Thiel in den Förderschwerpunktbereichen Lernen, soziale und emotionale Entwicklung und ist in dem für uns zuständigen Beratungszentrum Gallusschule sowohl für die Diagnostik der Schüler als auch Beratung der Kollegen und Eltern tätig.

Unsere Vorklasse

Die Arbeit in der Vorklasse folgt einem ganzheitlichen Ansatz. Die Lernsituation greift die Erlebniswelt des Kindes auf. Die Kinder lernen über das Tun und Begreifen. Das Spiel ist dabei ein wichtiges Mittel der Kinder, ihre Umwelt und sich selbst zu erfahren.

Der Ablauf des Tages hat einen eigenen Rhythmus, der durch einen Wechsel von Spiel- und Arbeitsformen gekennzeichnet ist. Abwechselnde Tätigkeiten wie Spielen und Arbeiten, Singen, Erzählen, Basteln, Malen und Bewegung, die nicht an feste Zeitpläne gebunden sind, sollen motivieren und Freude an der Schule wecken. Diese finden sowohl in der Gesamtgruppe, einer Kleingruppe, aber auch in Einzelförderung statt. So kann auf die individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder eingegangen werden.

Zu den wichtigsten Aufgaben der Vorklassenarbeit zählen:

  • Besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten werden unterstützt.
  • Sprachkenntnisse werden erweitert, die Kommunikationsfähigkeit wird gefördert.
  • Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein werden entwickelt.
  • Das Sozialverhalten wird gefördert.
  • Konzentration und Ausdauer werden geübt.
  • Die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik wird verbessert.
  • Positive Einwirkung auf die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit im kognitiven, emotionalen, psychischen, motorischen und sozialen Bereich wird angeregt.
  • Sinneswahrnehmung wird geschult.
  • Vorschulische Arbeitstechniken bereiten die Kinder auf den Unterricht in der 1. Klasse vor.
  • Zusammenarbeit mit Eltern,  Kindergärten, Sprach- und Ergotherapeuten, Jugendamt und anderen Institutionen wird gepflegt.

Durch einen rhythmisierten Tagesablauf mit verlässlichen Strukturen wird den Schülern  Sicherheit gegeben, sich in einem anregungsreich eingerichteten Klassenraum im Klassenverband zu erleben und weiter zu entwickeln.

Ansprechpartnerin: Silvia Tietz (Vorklassenleitung)

Ehrenamtstätigkeit an der Grundschule am Diebsturm

In  Kooperation mit dem Seniorenbüro des Diakonischen Werkes und der Stadt Grünberg bereichern mit Beginn des Schuljahres 2011/12 erstmals ehrenamtliche HelferInnen  in verschiedenen Projekten die Schule am Diebsturm.

Das Lesepaten-Projekt

Zur Unterstützung und Förderung der Lesekompetenz unserer Schüler/innen haben wir ein „Lesepaten-Projekt“ an unserer Schule gestartet. Derzeit 17 ehrenamtliche Lesepaten unterstützen 1 x wöchentlich 13 Lehrkräfte in 15 Klassen bei ihrer Arbeit.

Ziel dieses Projektes ist es, im 1. und  2. Schuljahr schwerpunktmäßig durch Vorlesen und das Erlesen kleinerer Texte, die Freude am Lesen und die Lesefähigkeit zu entwickeln. Im 3./4. Schuljahr steht im Vordergrund die Festigung der Lesekompetenz und das Leseverständnis zu unterstützen.

Die Mittagsbetreuung

Im Rahmen der Mittagsbetreuung bieten

  • 4 ehrenamtliche  „Dinnerladys“ den SchülerInnen Hilfe und Betreuung  beim Mittagessen in der Mensa an,
  • eine Ehrenamtliche  im Gruppendienst Spiel- und Beschäftigungsangebote und
  • ein Gartenpate (NABU) in Zusammenarbeit mit einer Lehrkraft eine Garten-AG im Schulgarten an.

Ehrenamtsnachmittag

In jedem Schuljahr gibt es zwecks Erfahrungsaustausches einen gemeinsamem „Ehrenamtsnachmittag“, an dem Lesepaten, Dinnerladys, Gartenpate, Lehrkräften, die Leiterin des Seniorenbüros und die Schulkoordinatorin (Frau Tietz) sowie die Schulleitung teilnehmen.

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